The Doctor ist jetzt weiblich!

Das verkündete gestern Abend BBC1. Und die Aufregung darüber ist groß. „Damit ist Doctor Who für mich gestorben“, „Mal gucken, wie viele Staffeln ich jetzt überspringen muss“ sind Kommentare unter den verschiedenen Artikeln, die über den neuen Doctor berichten.
Dabei sind die Kommentare auf jeden Fall ernster, als sie es sowieso bei jeder Regeneration sind.

Jodie Whittaker, bekannt aus Broadchurch, ist der (oder Die?) neue Doctor.

Durch die sozialen Netzwerke ziehen sich die erregten Kommentare, dass nicht alles dem „Genderwahnsinn“ anheim fallen darf. Beispiele von einem weiblichen James Bond oder Kapitän Ahab oder gar einem weiblichen Peter Pan werden angeführt. Dabei vergessen diese Fans scheinbar, dass in unzähligen Büchern, Audios, Comics – ja in der Serie selbst – immer wieder Timelords in verschiedensten Regenerationen auftauchen und das nicht nur in menschlicher bzw. humanoider Form (siehe Lord Cardinal Zero – englische Infos dazu HIER).
Es war also nur eine Frage der Zeit, dass auch der Doctor mal weiblich wird.

Dass ein paar Fangirls von Matt Smith und David Tennant, die bereits Peter Capaldi zu alt fanden, aufschreien, dürfte niemanden wundern. Warum aber, beschweren sich auch so viele alte Fans? 

Der Doctor war bisher immer männlich besetzt und die Serie ist durch die vielen Änderungen (wechselnde Doctoren, Companions usw.) sowieso schon immer massiven Änderungen ausgesetzt. Es wundert einen also schon, dass man sich nicht an einen weiblichen Doctor gewöhnen möchte.
Glücklicherweise kennen wir Doctor Who Fans ja das Ding mit dem „Regeneration Cycle“:

Einige weitere Argumente sehen sogar die Vorbildfunktion für die Männer dieser Welt gefährdet. So sei das Verhalten des Doctors den weiblichen Companions gegenüber doch der Inbegriff des Gentleman-Daseins und das Einzige, was den jungen Herren dieser Welt noch als Vorbild diene, wie man mit dem anderen Geschlecht umzugehen habe. (Das ist kein Scherz! Man findet solche oder so ähnliche Kommentare tatsächlich unter verschiedenen Berichten über den neuen Doctor!)
Vielleicht liegt es an 54 Jahren männlichem Doctor, der auch alte Fans abschreckt. Allerdings spricht dagegen, dass auch das Spin-off „Sarah Jane Adventures“ bei vielen (zumindest englischen) Fans gut angekommen ist – und auch wenn Sarah Jane keine Timelady ist, so kommt sie einem irdischen Pendant dazu doch recht nahe.
Ich weiß also auch nicht, warum es so viel Aufregung um dieses Thema gibt und hoffe, dass es der typische Fall von „Regeneration Cycle“ ist.

Wie kommt man denn auf Jodie Whittaker?

Nachdem 2016 bekannt wurde, dass Chris Chibnall die Show von Steven Moffat als Showrunner übernehmen wird, ist die Verbindung zu Jodie Whittaker schnell hergestellt. Denn: Chris Chibnall ist ebenfalls verantwortlich für Broadchurch in dem Jodi Whittaker mitspielt.

Und was meine ich dazu?

Ich habe Broadchurch nie gesehen und kann dementsprechend nicht beurteilen, ob ich Jodie Whittaker gut finde oder nicht. Ich kannte aber auch die vorherigen Inkarnationen des Doctors nicht (mit Ausnahme eines nie beachteten Barty Crouch Jr. in Harry Potter, gespielt durch David Tennant und Peter Capaldi, der bereits in der Folge „Die Feuer von Pompeji“ von Doctor Who auftrat) und finde genau das auch richtig für den Doctor! Ich möchte unter keinen Umständen einen bereits überall bekannten Schauspieler als Doctor sehen (schon gar nicht Benedict Cumberbatch – den ich wirklich sehr gerne sehe, und der immer wieder von Fans genannt wird).
Ich persönlich finde die Idee eines weiblichen Doctors sehr gut. Mir hat auch schon Missy gefallen und ich bin extrem gespannt auf die neue Staffel.
Ich habe bis gestern tatsächlich bezweifelt, dass BBC den Schritt wagt. Der Shitstorm war ja bereits vorprogrammiert, denn schon häufiger wurde in den letzten Jahren ein weiblicher Doctor diskutiert. Es ist ein mutiger Schritt den BBC geht und ich hoffe, dass die Fans sich nicht davon abschrecken lassen, sondern einfach mal schauen, wie sich Jodie Whittaker macht. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Besetzung mit einer Frau NICHT aus irgendwelchen Gleichberechtigungsgründen geschehen ist, sondern einfach, weil die Idee mal was Neues mit sich bringt. Aber dafür muss man sich einfach nur mal anschauen, wie offen diese Serie mit allen möglichen Themen – vor allem rund um Sexualität – bislang umgegangen ist. Allen voran sei hier Captain Jack Harkness genannt. Die „Lockerheit“ in dieser Serie sollte Vorbild sein. Vorbild für eine Welt in der es völlig egal ist, welchem Geschlecht man angehört und welche sexuellen Vorlieben existieren.
Und zu guter Letzt: Es wäre eine Schande, wenn diese wirklich geniale Serie ein Ende findet, weil einige Fans meinen, das Geschlecht spiele eine Rolle.

Wer es noch nicht gesehen hat:
HIER gibt es das Video zur neuen Inkarnation.

Wie findet ihr die Entwicklung von Doctor Who?
Seid ihr der Meinung, der Doctor müsse unbedingt männlich bleiben?
Und was sagt ihr zu der Wahl von Jodie Whittaker?

Und zu guter Letzt: Natürlich darf dieser Beitrag gerne geteilt werden.

P.S.: Und auch wenn es nicht jedem gefallen mag – die Ghostbusters sind nun auch weiblich! 😉

Nachtrag: Ich habe einen wirklich tollen Artikel gefunden, in dem eine ganz andere Meinung über dieses Thema zu finden ist. HIER!
BBC präsentiert den neuen Doctor!
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Ein Kommentar zu „BBC präsentiert den neuen Doctor!

  • 6. November 2018 um 10:33
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    Kann nur sagen …das ich erst skeptisch gegenüber dem neuen weibl. Doktor war…aber natürlich habe ich wie vorher auch erstmal abgewartet und gedacht es wird wie bei Capaldi und ich gewoehn mich an sie und mag irgendwann die-den neue n …….Aber!!! Jetzt nach den ersten vier Folgen bin ich entäuscht von der neuen ausrichtung der serie. Vorab.Jeder einzelne Schauspieler..besoders B. Walsh ist super. Ich mag Jodie W. als Schauspielerin…Aber sie ist KEIN Doctor Who…seit mal ehrlich…wer denkt bei Doctor Who an Jodie W …?
    Vieleicht liegts ja an mir aber die neue Staffel rockt nicht….
    Und jetzt zu dem meiner Meinung nach grössten Problem…der neue Showrunner. In jeder Folge werden einem auf eine Plumpe weise moralische Fragen (mit den dazugehörigen Antworten ) vorgesetzt und die Charaktere versuchen die Geschichte so gut wie möglich zu verkaufen. Von einem grossen ganzen zusammen hängenden Whoniversum bzw. übergreifenden Story bogen …keine Spur!
    Ich hoffe das meine Lieblingsserie bald die Kurve kriegt und ich mich doch Irre …

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