(Enthält Werbung, da man auf einigen Bildern Herstellernamen sehen kann.)

Stiftemäppchen, Schlamperrolle oder schlicht Etui – wie auch immer ihr die Dinger nennt – sie sind unglaublich praktisch. Nicht nur für Stifte, man kann darin auch wunderbar Schminke oder Zahnbürste für unterwegs einpacken, oder oder oder… Und nachdem ich meine Nähmaschine nun wieder häufiger in Gebrauch habe, sind natürlich auch schon einige genäht worden. Vor allem aber, kann man sie in der Größe so gestalten, wie ihr sie benötigt und sogar eine „Mini-Variante“ als Würfelbeutel nähen.


Diese Etuis sind absolut einfach und eignen sich auch hervorragend für Anfänger!

Es gibt natürlich schon hunderte Anleitungen zu Stiftemäppchen. Was mich daran stört ist, dass es sie in einer festgeschriebenen Größe gibt und in den meisten Fällen nicht alles so hineinpasst, wie ich das gerne hätte. Pinsel oder neue Bleistifte oder Brush-Pens sind manchmal für die normalen Größen einfach zu lang oder man bekommt sie nur schwierig in das Mäppchen.

Stiftemäppchen mit passendem Würfelbeutel.
Für dieses kürzere Stiftemäppchen habe ich die Maße 20cm x 13cm genutzt.

In meiner Anleitung findet ihr also eine XL Variante für Stiftemäppchen und eine Erklärung, wie ihr mit genau den selben Schritten auch Würfelbeutel für euer nächstes Rollenspiel-Abenteuer selber machen könnt.

Ihr benötigt:
– 2x Außenstoff und 2x Innenstoff (z.B: Stiftemäppchen XL: 30cm x 15cm; Würfelbeutel: 15cm x 15cm)
– einen passenden Reißverschluss oder einen Endlos-Reißverschluss mit passendem Zipper (Anleitung unten dabei)
– Euer übliches Nähzeug (also Nähmaschine, Garn, evtl. Handnähnadel, Schere, Bügeleisen….)
– Lineal oder Geodreieck und einen Stift (Bleistift, Stoffmalkreide o.ä.)
– Wenn ihr euch eine Vorlage basteln wollt: Pappe oder Bastelkarton

Anleitung:
Vorlage basteln
Ich arbeite gerne mit Pappe bzw. Bastelkarton um mir eine Vorlage zu erstellen. Für das Mäppchen habe ich also ein Stück Bastelkarton in 30cm x 15cm und für den Würfelbeutel ein Stück in 15cm x 15cm zugeschnitten.
Die Vorlage kann man wunderbar auf den Stoff aufklammern und rundherum abschneiden.

Nicht so faule Menschen hätten die Ränder vielleicht noch versäubert.

Ihr habt einen passenden Reißverschluss? Prima, dann könnt ihr diesen Schritt überspringen.
Ihr habt keinen? Dann nehmt ein Stück eures zugeschnittenen Stoffs und legt den Endlos-Reißverschluss darüber um abzumessen, wie lang er sein soll. Nehmt ruhig etwas mehr als ihr benötigt.

Wenn ihr den Reißverschluss passend zugeschnitten habt, trennt ihr ihn. Eine Seite – bei mir ist es die linke Seite – schneidet ihr schräg ab. Wenn ihr in gänzlich etwas kürzt, habt ihr später Probleme den Reißverschluss zu zu ziehen.
Klemmt oder steckt euch den Reißverschluss irgendwie, irgendwo fest. Ich benutzte gerne zwei Stecknadeln auf meinem Bügelbrett. Hauptsache ist: Sie verrutschen euch nicht dauernd. Wenn ihr später eingeübt seid, bekommt ihr das sicherlich auch ohne hin, aber warum es sich extra schwer machen?
Auf die nicht eingeschnittene Seite zieht ihr jetzt den Zipper ein – siehe Nr. 4.
Haltet Zipper und die Seite des Reißverschlusses gut fest und zieht auch die andere Seite hinein. Sind beide Seiten gut im Zipper, greift euch den nicht abgeschnittenen Zipfel und die andere Seite und zieht den Zipper hoch. Schon seid ihr fertig!

Kommen wir zum zusammenlegen:

  • 1x Innenstoff mit der rechten (also der guten Seite) nach oben
  • Dann folgt euer Reißverschluss mit dem Zipper nach oben
  • Und 1x Außenstoff mit der linken Seite (also der „falschen“) nach oben (Ich habe für den Außenstoff hier einen einseitig bedruckten Stoff genutzt, damit ihr das gut sehen könnt)
  • Gut feststecken – z.B. mit Stoffklammern (Ich bin echter Fan davon!)

Das ganze vernäht ihr jetzt knappkantig. Ich benutze dafür einen Stich, der die Nadel nicht in der Mitte, sondern nach links versetzt nähen lässt. Guckt bei eurer Maschine einfach mal, welche Einstellungen ihr dafür habt. Bei mir hat das den Vorteil, dass ich mit dem Füßchen direkt neben dem Reißverschluss nähen kann und das Füßchen nicht darauf liegt.
(Ich habe eine Stichlänge von 2,5 benutzt, ganz einfacher Geradstich)
Nr. 3 zeigt euch, wie das ganze dann aussehen sollte.

Jetzt geht es wieder ans Zusammenlegen!
Im Prinzip funktioniert das wie beim ersten Mal.

  • 1x Innenstoff mit der rechten (also der guten Seite) nach oben
  • Dann folgt euer Reißverschluss mit dem Zipper nach oben und den bereits daran genähten Teilen
  • Und 1x Außenstoff mit der linken Seite (also der „falschen“) nach oben

Feststecken und ebenso wie oben beschrieben nähen.

Jetzt könnt ihr auch auf der rechten Seite noch einmal am Reißverschluss absteppen. Dieser Schritt ist aber optional und Geschmackssache. Bei unifarbenen Etuis kann man hier noch mal schön mit anderen Farben arbeiten, bei sehr bunten Stoffen finde ich das ziemlich unnötig. Hier lasse ich den Schritt jetzt aber aus.

Danach legt ihr euch den Innenstoff auf der einen Seite zusammen und den Außenstoff auf der anderen – siehe Bild oben – und vernäht es.
Dabei könnt ihr den Außenstoff schon komplett schließen, während ihr im Innenstoff eine Wendeöffnung lasst. (Ihr kennt das ja: Mal zu klein, mal zu groß. Etwa 5-6 cm sind meist ganz gut. Aber denkt daran: Je größer die Öffnung, desto mehr müsst ihr später per Hand verschließen!)

Jetzt wird es ein klein wenig komplizierter:
Öffnet euren Reißverschluss etwa bis zur Mitte und klemmt euch die offene Seite mit einer Stoffklammer zusammen.
Dann legt ihr die Nähte auf und unter dem Reißverschluss zusammen – siehe Bild oben, bzw. folgendes Bild:

Auf beiden Seiten vernähen. Abgesehen von dem Reißverschluss sind die Stichart und -Länge hier immer die gleichen: Also Geradstich, 2,5.
Wenn ihr über den Reißverschluss näht passt auf eure Nadel auf! Je nachdem was für einen Reißverschluss ihr habt und wie flach der ist, könnt ihr einfach so oder vorsichtig manuell darüber nähen. So spürt ihr sofort, wenn eure Nadel durch einen Teil nicht durchkommt und könnt den Stoff ein klein wenig weiter schieben.
Zu guter Letzt könnt ihr dann jetzt den überschüssigen Reißverschluss abschneiden und euer Mäppchen durch die Wendeöffnung umdrehen. Aber lasst das Etui noch auf links.

Für den nächsten Schritt öffnet ihr euren Reißverschluss am besten ganz, denn nun sorgen wir dafür, dass unser Mäppchen eckig wird. (Das müsst ihr natürlich nicht, sondern könnt es auch so belassen und habt ein flaches Mäppchen.)

Ein Fall für Stecknadeln!

Legt die Ecken jetzt wie oben im Bild aufeinander und steckt sie fest. Das geht natürlich auch mit Klammern, aber in diesem speziellen Fall komme ich deutlich besser mit Stecknadeln zurecht.
Sobald ihr damit fertig seid, braucht ihr euer Lineal und einen Stift:

Ich habe zur besseren Sicht jetzt einen Filzstift benutzt – das solltet ihr aber besser vermeiden. Ein Bleistift macht seine Sache normalerweise ziemlich zuverlässig.
Je nachdem wie breit oder hoch euer Mäppchen nun werden soll, solltet ihr 3-4 cm an jeder Kante abmessen. 4cm kommt in den meisten Fällen sehr gut hin. Bei sehr dünnem Stoff solltet ihr entweder lieber ein bisschen breiter als hoch arbeiten und dementsprechend dann lieber nur 3cm nehmen, oder es empfiehlt es sich, mit Vlies zu arbeiten um das Mäppchen fester zu machen.
Wenn ihr auf jeder Seite eure Striche gezogen habt, näht ihr die Ecken auf der Linie ab und schneidet danach knappkantig ab (siehe 3).

Bevor ihr euer Etui jetzt auf die richtige Seite dreht, müssen wir uns um die Wendeöffnung kümmern. Wer es nicht ganz so genau haben möchte, näht einfach knappkantig darüber. Es ist sowieso die Innenseite und da liegen eure Stifte drin. Man sieht sie also eher nicht. Wer es ganz genau möchte nimmt seine Handnähnadel und verschließt sie mit dem Matratzenstich. Einem quasi „unsichtbaren“ Stich. (Bisschen friemelig, aber eigentlich ganz einfach: Ich befestige meinen Faden auf einer Seite an der Naht mit zwei oder drei Knoten. Nun wird abwechselnd in die eine, dann die andere Seite genäht. Und zwar genau in dem Stückchen Stoff, dass nach innen gefaltet liegt. So zieht ihr die beiden Seiten Stück für Stück und unsichtbar zusammen. Auch am Ende befestige ich meinen Faden an der Naht und knote sie fest.)

Fertig!

Nur noch umdrehen und ihr seid fertig mit eurem Mäppchen!

Jetzt habe ich die ganze Zeit gezeigt, wie man eine Schlamperrolle näht, aber was ist mit dem Würfelbeutel?
Der funktioniert ganz genau so, wie oben beschrieben. Da er allerdings quadratisch und nicht rechteckig ist, wäre die Erklärung schwieriger geworden und auf den Bildern weniger gut zu erkennen gewesen, welche Seite wohin gehört.

Eine kleine Änderung, die für diesen Würfelbeutel gilt: Messt an den Ecken nicht 3-4cm ab, sondern nur 2cm!

Übrigens:
Ihr braucht eher einen XXL Würfelbeutel?
Versucht es mit den Maßen 30cm x 30cm!

Wofür nutzt ihr diese Mäppchen?
Und wie viele Würfel habt ihr eigentlich so? Ich gehöre ja zu dem Typ „Man hat NIE genug Würfel!“

(Anleitung) Stiftemäppchen und Würfelbeutel selber machen
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