Enthält auf jeden Fall unbezahlte Werbung! 😉

Ich habe die Sommerferien und meine damit verbundenen 3 Wochen kidsfrei dafür genutzt, hier mal ordentlich durchzusortieren. Die momentan überaus gefragte Konmari-Methode bin ich zwar nicht so strikt durchgegangen, aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg!

Außerdem habe ich für meine Rollenspielrunde an Abenteuern gewerkelt und feststellen müssen „Verdammt! Das wird eine jahrelange Kampagne!“ Demnächst also auf jeden Fall auch mehr Rollenspiel und nicht nur Basteln!

Und obwohl ich auch zum basteln gekommen bin, gibt es, bevor ich so richtig wieder aus den Sommerferien falle, ein ganz anderes Thema.

Ich bin Mutter zweier Pubertiere (momentan 13 und 15 – noch) und als solche lese ich bis heute noch gelegentlich auf Facebook Eltern-Beiträge. (Die Zeitschrift zwar lange nicht mehr, aber der Facebook-Seite folge ich). Und – es ist zwar sehr selten geworden – ab und an, gibt es dort wirklich gute Artikel auch für Kids in meinem Alter, bzw. für mich als Elternteil.
Ein wirklich guter Artikel ist dieser HIER

(Tatsächlich sehe ich gerade, dass Eltern da auf einen Brigitte Artikel verlinkt – auch gut.)

Es geht in dem Artikel grob darum, dass man seine Kids doch einfach vor den Konsolen und PCs sitzen lassen sollte und sich nicht immer darüber aufregt, dass die Pubertiere nicht an die frische Luft wollen.

Das sehe ich durchaus ähnlich und dennoch anders.

Ja, meine Kids dürfen den ganzen Tag an ihre Geräte. Sei es Handy oder Konsole oder PC oder was es sonst noch schönes gibt. Und ja, meine Kids verbringen einen wundervollen, sonnigen Tag schon mal damit in der Bude zu hocken und auf die Glotze zu starren. Und ja, das auch schon seit Jahren.

Springen wir in die 80er Jahre

Etwa 1986 – da war ich gerade 4 Jahre alt – saß ich das erste Mal an einem „Computer“. Mit meinen Eltern zockte ich BoulderDash oder Pacman oder was es sonst noch so gab. (Mein Lieblingsspiel später war „Hathor“, leider habe ich es nie wieder gefunden 🙁 )
Als Teenie, so mit 11/12, bekam ich meinen eigenen PC – also Mitte der 90er etwa. Damals hatte kaum jemand aus meiner Klasse seinen eigenen Computer und selbst die meisten Eltern konnten damit nichts anfangen. Ich nenne es mal „Glück“, dass meine Eltern mit Computern arbeiteten, sich selber dafür interessierten und das auch an ihre Kinder weitergaben.
Einen weiteren Vorteil den ich daran sehe:
Es gab nicht an jeder Ecke einen Computer-Fachmann, der mal eben vorbeikommen konnte und sich des Problems annahm. Der Bildschirm war schwarz? Na dann musste man selber herausfinden warum! Und es lag sicherlich nicht daran, dass man ihn nicht angemacht hatte 😉

Und dann waren da noch die verregneten Tage in den Ferien, in einem Campingwagen in den Niederlanden.
Meine Mutter und ich, zwei Gameboys über ein Kabel verbunden und Tetris!

Zurück in den 2000ern

So ziemlich jede Familie hat mittlerweile einen Computer, ein Handy, eine Konsole…
Und ohne Internet liefe Vieles bei uns heute gar nicht mehr. Oder wer hat noch ganze Enzyklopädien zu Hause rumstehen um etwas nachzuschlagen?
Meine Kids saßen, wie bereits ich, von klein auf auch an diesen Geräten. Hackten auf der Tastatur rum, spielten Spiele oder sahen Mama beim spielen zu.
Und auch wenn wir eine ganze Menge (Kinder-)Brettspiele besitzen, den meisten Spaß hatten wir mit der Playstation 2 und den EyeToy Spielen oder mit der Wii und den Partyspielen. (Die Wii haben wir erst kürzlich wiederentdeckt für uns und zocken nun die alten Spiele, die es immer noch z.B. im GameStop zu kaufen gibt!)

Die Frage die sich mir also bei dem oben verlinkten Artikel stellt ist:
Warum spielt ihr nicht mit euren Kindern?
Und warum nutzt ihr die „neue Technik“ nicht dafür?
Selbst MMORPGs eignen sich dafür! (Werbung! GuildWars2 kann ich nur empfehlen!)
Von Pokemon Go habt ihr doch sicherlich bereits gehört, oder? Als das ist etwas, was man als Familie sogar gemeinsam draußen machen kann!
Und nein! Das ist kein Aufruf dafür „NUR“ sowas mit den Kids zu machen. Ihr dürft auch ganz normale Brettspiele weiterhin spielen. Die Mischung macht es doch!

Die Vorteile beziehen sich dabei nicht nur auf „Wir machen etwas als Familie“.

Die „neuen Medien“ sind in so ziemlich jedem Beruf, aber auch in der Freizeit, wichtig. Den Umgang damit zu lernen genauso. Ob ihr euch nun schon auskennt und euer Wissen an die Kinder weiter geben könnt oder euch gemeinsam mit ihnen hineinfuchst ist dabei völlig egal. Im Zweifel lasst ihr euch das eben von den Kurzen erklären! Die kennen sich meist sowieso bereits besser aus als wir „Alten“.
Es muss nicht immer der Waldspaziergang sein. (Den ich persönlich eh nie verstehen werde. Wandern ohne ein Ziel? Och ne, danke! Wenn ihr das genauso seht, empfehle ich euch einen PokemonGo Ausflug. Man spielt beim gehen ein bisschen – packt die Handys eine Weile weg um sich gemeinsam etwas anzugucken – und auf dem Rückweg wird noch mal gespielt)
Zehnfinger-System? Kein Problem mehr.
Wissen wo und wie man einen PC an- oder ausmacht? Kein Ding.
Drucker? Ich wechsel mal eben die Patronen.

Was das Zockerleben aus meinen Krümeln gemacht hat?

Ja, meine Kinder sitzen an einem schönen Tag in ihren Zimmern. Immer? Nö! Sie gehen freiwillig raus und treffen sich mit ihren Freunden. Dann, wenn sie dazu Lust haben und nicht dann, wenn das Wetter mitspielt. (Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung 😉 )
Und tatsächlich sitzen sie meistens auch gar nicht alleine in ihren Zimmern und zocken, sondern Freunde sind ebenfalls dabei. Denn auch wenn man online spielen kann, gibt es doch auch schöne Spiele, die man gemeinsam an der Konsole zocken kann.

„Lasst die Pubertierenden liegen“? Ja! Und verdammt: Legt euch einfach mal dazu!

P.S.: Meine Kinder spielen übrigens mittlerweile am liebsten Pen & Paper Rollenspiele mit ihren Freunden. Also mit Stift und Zettel und vielen Büchern ausgerüstet, an einem Tisch. Und im Sommer sogar ganz freiwillig: Draußen im Garten, unter dem Pavillon. Die Füße zwischendurch im Pool kühlend! 😉

P.P.S.: Die Hälfte der Ferien verbringen meine Krümel bei ihrem werten Herrn Papa. Der weder PC noch Internet hat, noch eine Konsole. Und auch wenn sie sich nach dem Urlaub bei Papa wieder auf ihre Geräte stürzen, so empfinden sie die „computerfreie Zeit“ doch als sehr schön und „mal was anderes“.