Mit ihren 1,69 Schritt allein wäre Piara mit Sicherheit eine unscheinbare Person, über die man schnell hinweg sieht. Ihre Haut ist von der Sonne ein wenig gebräunt, es reicht aber nicht um ihr nicht anzusehen, dass sie einen Großteil des Tages in der Stube verbringt. Aber wer achtet schon auf solche Äußerlichkeiten, wenn der Blick erst auf das weiße Untergewand fällt, über dem eine rotgoldene Robe und Tiara liegt. An einem Gürtel trägt sie das Sonnenzepter und zwei Sphärenkugeln. Ihre braunen Haare sind meistens zu einem strengen Dutt gebunden, aus dem sich gelegentlich die ein oder andere Strähne lockert und ihr ein etwas zerzaustes Aussehen verleiht. Wie ihre Größe, scheinen auch die anderen körperlichen Eigenschaften irgendwie verloren gegangen sein. Nicht kräftig, nicht besonders gewandt.
Ihre Augen jedoch wirken überhaupt nicht streng, sondern gütig und man hat oft den Eindruck, dieser Blick sei mütterlich. All diese Äußerlichkeiten sorgen dafür, dass sie meist für älter geschätzt wird als sie mit ihren 25 Götterläufen eigentlich ist.
Äußerlich verrät rein gar nichts, dass sie aus dem Horasreich kommt, doch wer mit ihr gesprochen hat, kann berichten, dass sie einen ganz leichten Akzent rausgehört haben wollen.
Im Namen der Praioskirche zieht sie zu Orten, an denen der Obrigkeit gerade ein Rechtsprecher fehlt oder der hiesige Rechtsprecher Hilfe bei schwierigen Fällen benötigt.
Wenn im Ort selber kein Praiostempel ist, quartiert sie sich lieber in einem Gasthaus ein, als bei dem Herrn oder der Dame Baron, Graf. . . Das sorgt zwar oft erst einmal für verlegenes Schweigen, genauso oft aber hat es dafür gesorgt, dass der Blick auf die Geweihten des Praios sich wandelte.
Wenn sie durch das Mittelreich reist, hört man sie oft über die mittelreichische Sturheit ihrer Mitgeweihten schimpfen, die den Ruf des obersten der Götter so in Verruf gebracht haben.